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Tiergesundheit
 

Flöhe bei Hunden und Katzen

Jeder Hund und jede Katze kann von Flöhen befallen werden. Auch dann, wenn eine Katze
weder Freigang noch Kontakt zu anderen Tieren mit Freigang hat. Das liegt daran, dass wir
Menschen an Schuhwerk und Kleidung Flöhe mit ins zu Hause verbringen können. Sind die
Flöhe einmal da, dann kann es zu einer echten Herausforderung werden, sie wieder loszuwerden.

Um zu verstehen, warum es nicht reicht, das Tier mit einem wirksamen Flohpräparat zu behandeln,
muss man wissen, wie Flöhe leben und sich entwickeln.

Ein erwachsener Floh lebt auf seinem Wirt. Er verlässt diesen nur, wenn der Wirt verstirbt oder
die auf dem Wirt lebende Flohpopulation zu groß wird. Abgesehen davon wechseln Flöhe nur sehr
selten ihren Wirt. Flöhe leben maximal ca. 1½ Jahre. Sobald ein Floh einen Wirt gefunden hat
beginnt er mit der Blutmahlzeit. Danach erfolgt die Eiablage durch die Weibchen. Die Eier fallen
vom Tier ab und befinden sich in der Umgebung des Wirts. Ein Weibchen legt über 3-6 Wochen
etwa 10-25 Eier täglich. So kann ein Katzenfloh insgesamt bis zu 1000 Eier ablegen. (Sowohl
Hunde als auch Katzen werden meistens vom Katzenfloh befallen.)

Nach 1 – 6 Tagen schlüpfen aus den Eiern Flohlarven. Auch diese leben in der Umgebung des
Wirts. Flohlarven bewegen sich von Lichtquellen weg, suchen sich also dunkle Stellen. Sie leben
daher beispielsweise unter Möbeln, in Ritzen und Teppichen. Sie ernähren sich von „Detritus“ (das
ist organisches Material in Form von z. B. Hautschuppen, etc.), von toten erwachsenen Flöhen und
von dem, was erwachsene Flöhe ausscheiden.

Nach 5-11 Tagen folgt das Puppenstadium. Aus den Puppen können schon nach 7-14 Tagen
erwachsene Flöhe schlüpfen. Das Puppenstadium kann bei ungünstigen Umweltbedingungen aber
auch monatelang andauern. In diesem Stadium ist der Floh von vielen Umwelteinflüssen geschützt.
Sogar Insektizide können ihm jetzt nichts anhaben.

Das Schlüpfen erfolgt auf einen äußeren Reiz, der dafür spricht, dass ein Wirt in der Nähe ist,
beispielsweise Wärme, Vibration, Veränderung des CO2-Gehaltes in der Luft.

Die Entwicklung eines Flohs vom Ei bis zum erwachsenen Floh kann also unter günstigen
Bedingungen in 3 – 4 Wochen erfolgen.

Wie werde ich als Tierbesitzer nun die Flöhe wieder los?

Wichtig ist, dass nicht nur die erwachsenen Flöhe auf dem Tier bekämpft werden, sondern auch die
Stadien, die sich im der Umgebung aufhalten. Das Haustier sollte mit einem wirksamen Flohmittel
behandelt werden. Es sind sowohl Spot- On-Präparate als auch Tabletten erhältlich. Ein Flohshampoo
hat den Nachteil, dass es meist keine längerfristige Wirkung hat. Spot-On-Präparate und Tabletten
wirken in der Regel ca. 4 Wochen lang. Wichtig ist, dass die Behandlung wiederholt wird. Ein Präparat,
das bis zu 4 Wochen wirkt, hat auf die zweite Generation der Flöhe, die nach 3-4 Wochen schlüpft und
den Wirt befällt, unter Umständen keine bzw. keine ausreichende Wirkung mehr.

Die Umgebung des Tieres sollte wie folgt behandelt werden: Polster und Teppiche sollten gründlich
abgesaugt werden, ebenso alle Bereiche unter Möbeln. Mögliche Quellen ausserhalb des Wohnbereichs sollten dabei nicht vergessen werden, beispielsweise das Auto, mit dem der Hund hin und wieder
transportiert wird. Decken, Handtücher, Hunde-/Katzenbetten sollten gewaschen werden, soweit
möglich. Nach dem Staubsaugen sollte der Staubsaugerbeutel aus dem Haus gebracht werden.
Beutellose Staubsauger sollten nach dem Entleeren mit einem Insektizid besprüht werden. Umgebungssprays können zusätzlich angewandt werden.
Die Behandlung der Umgebung sollte regelmäßig wiederholt werden. In besonders hartnäckigen Fällen
ist es notwendig, den kompletten Wohnbereich mit einem Vernebler („Fogger“) zu behandeln.

Woran erkenne ich, ob mein Tier noch Flöhe hat?

Kämmen Sie Ihr Haustier regelmäßig mit einem Flohkamm aus. Sollten Sie schwarze Krümel
auskämmen, könnte das Flohkot sein – und somit ein Hinweis darauf, dass die Flöhe noch nicht
erfolgreich bekämpft sind. Durch Verbringen der Krümel auf ein weißes nasses Tuch (z.B. Küchenrolle)
kann man herausfinden, ob es ich tatsächlich um Flohkot handelt. Das ist dann der Fall, wenn die
schwarzen Krümel nach einer Weile rötlich-braun werden.

Übrigens: Nicht jedes Haustier, das Flöhe hat, juckt sich vermehrt!
Juckreiz entsteht nur dann, wenn das Haustier auf bestimmte Komponenten im Flohspeichel allergisch reagiert.

Warum muss ich mein Tier gegen Flöhe behandeln?

Flöhe sind nicht nur Lästlinge sondern können auch Krankheiten auslösen oder Krankheitserreger
übertragen. Bei einem geschwächten Tier mit hochgradigem Flohbefall kann es durch den Blutverlust
an die Flöhe zu einer Blutarmut (Anämie) kommen. Manche Tiere reagieren allergisch auf Komponenten
im Speichel der Flöhe und werden von Juckreiz und Hautirritationen bis hin zu Hautentzündungen geplagt. Flöhe können außerdem Bandwürmer und Bakterien übertragen.