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Tiergesundheit
 

Impfungen für Kaninchen


Auch für Kaninchen stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Hier finden Sie Informationen zu den Erkrankungen und den entsprechenden Impfungen. Die folgenden Seiten sollen Ihnen lediglich einen Überblick verschaffen und ersetzen nicht die individuelle Beratung in unserer Praxis.

RHD


RHD steht für Rabbit Haemorrhagic Disease und ist eine Viruserkrankung die in den allermeisten Fällen tödlich endet. Das Virus kann direkt von Tier zu Tier oder auch über Vektoren wie Grünfutter, Gegenstände oder Insekten übertragen werden.

Das Virus hat sich im Laufe der Jahre verändert, die milde Verlaufsform mit Fieber und gestörtem Allgemeinbefinden tritt nur noch selten auf. Auch die Verlaufsform, bei der Blutungen, Krämpfe ud Lähmungserscheinungen auftreten ist kaum noch zu beobachten. Heute kommt es meist zum plötzlichen Tod ohne vorherige Anzeichen.

Da Behandlungsversuche in der Regel aussichtslos sind, ist die Impfung der einzige Schutz.

Bisher standen Impfstoffe zur Verfügung, die eine Grundimmunisierung bestehend aus einer Erstimpfung im Alter von 4 – 6 Wochen und einer Wiederholung nach 4 Wochen erforderten. Ein neuer Kombinationsimpfstoff gegen RHD und MYXOMATOSE bietet bereits nach einmaliger Impfung einen ausreichenden Schutz für 12 Monate. Die Auffrischung erfolgt in beiden Fällen jährlich.

RHD2


Seit ca 2013 treten in Deutschland und vermehrt auch in unserer Region plötzliche Todesfälle bei Kaninchen durch RHD2 auf. RHD2 ist eine Variante des ursprünglichen RHD-Virus.

Mit RHD2 infizierte Kaninchen sterben wie bei der klassischen RHD in der Regel sehr schnell, ohne zuvor Krankheitszeichen zu zeigen. Meist sind die Tiere am Vortag noch fit und werden am nächsten Tag tot aufgefunden. Selten zeigen Tiere zuvor Fressunlust, Apathie oder eine auffällige Atmung. Im Gegensatz zur RHD können am RHD2-Virus auch Jungtiere erkranken und sterben. Wie bei der klassischen RHD gibt es leider keine Behandlung oder Aussicht auf Heilung.

Leider schützt die Impfung gegen RHD nicht gegen die Virusvariante RHD2, so dass auch gegen klassische RHD geimpfte Tiere erkranken und sterben. Seit 2017 gibt es einen in Deutschland zugelassenen Impfstoff gegen RHD2. Die Impfung kann bei Kaninchen ab der 10ten Lebenswoche angewandt werden. Ein Schutz bildet sich etwa 7 Tage nach der Impfung aus und hält 12 Monate, so dass eine jährliche Auffrischung erforderlich ist. Die Impfung kann im Abstand von mindestens 3 Wochen zur Myxomatose-Impfung erfolgen.

Da der Impfstoff lange Lieferzeiten hat und wir aufgrund der relativ kurzen Haltbarkeit immer nur kleine Vorräte haben, ist eine zeitige Terminvereinbarung für die Impfung erforderlich. Auf Wunsch werden wir bei Engpässen auch Wartelisten führen und Interessierte umgehend informieren, sobald wieder Impfstoff verfügbar ist. 

Myxomatose


Die Myxomatose – auch Kaninchenpest genannt – wird durch ein Pockenvirus (“Leporipoxvirus”) verursacht. Die Übertragung kann direkt von Tier zu Tier erfolgen, aber auch indirekt – über kontaminiertes Grünfutter oder auch über sogenannte Vektoren wie Stechmücken, Kaninchenflöhe oder Milben.

Das Krankheitsbild kann sehr unterschiedlich sein. Die klassische Form zeichnet sich durch Schwellungen und Knoten (Myxome) an Kopf, Ohren, Genitalien, usw. aus. Häufig führen bakterielle Sekundärinfektionen zur Verschlechterung des Allgemeinbefindens. Fieber und Appetitlosigkeit können auftreten, auch Atembeschwerden. Die Erkrankung kann innerhalb von knapp zwei Wochen zum Tod führen.

Weitere Formen können völlig ohne Schwellungen und Knoten auftreten und es treten beispielsweise allein starke Atembeschwerden auf oder es kommt zu Flecken an Ohren und Geschlechtsorganen oder zu Störungen der Fruchtbarkeit.

Ein Impfstoff steht zur Verfügung. Einen 100 %igen Schutz bietet dieser Impfstoff – wie alle anderen Impfstoffe auch – nicht, aber es kommt im Falle einer Infektion nicht oder nur zu einer schwachen Form der Erkrankung.

Bisher stand ein Impfstoff zur Verfügung, der eine Grundimmunisierung bestehend aus einer Erstimpfung im Alter von vier bis sechs Wochen und einer Wiederholungsimpfung 4 Wochen später erforderte. Ein neuer Kombinationsimpfstoff gegen RHD und MYXOMATOSE bietet bereits nach einmaliger Impfung einen ausreichenden Schutz für 12 Monate. Das anschließende Impfintervall der bisher gängigen Impfstoffe beträgt jeweils 6 Monate. Der neue Kombinationsimpfstoff wird jährlich aufgefrischt.

Pasteurellose


Die Pasteurellose wird auch Kaninchenschnupfen genannt, da der Erreger – das Bakterium Pasteurella multocida – häufig bei Atemwegserkrankungen des Kaninchens beteiligt ist. Allerdings ist auch ein großer Teil der gesunden Kaninchen Träger dieses Bakteriums, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt.

Neben Pasteurellen können auch andere Bakterien an Infektionen des Atemtraktes beteiligt sein, zum Beispiel Mykoplasmen, Staphylokokken, Bordetellen oder Clamydien. Ein Impfstoff für Kaninchen ist allerdings nur gegen Pasteurellen erhältlich.

Die Impfung gegen Pasteurellen ist lediglich in Kaninchenzuchten sinnvoll und ist für Kaninchen in Hobbyhaltung nicht empfehlenswert.

Die Grundimmunisierung erfolgt ab dem 28. Lebenstag im Abstand von 14 Tagen, danach wird alle 6 Monate geimpft.