Kontakt  - Impressum  - Datenschutz
 
 
 
Tiergesundheit
 

Impfungen für Katzen


Welche Impfungen für Katzen gibt es überhaupt? Und welche davon sind für meine Katze wichig? Was bedeuten die Abkürzungen auf den Einträgen im Impfpass meiner Katze?

Haben Sie sich diese Dinge schon gefragt? Hier erhalten Sie viele Antworten. Allerdings können die Informationen, die Sie hier finden, eine individuelle Impfberatung für IHRE Katze nicht ersetzen – wir bieten Ihnen diese Beratung sowie die Beantwortung offener Fragen in unserer Praxis gerne an!

Der Impfpass - ein Buch mit sieben Siegeln?


Der Impfpass dient der Dokumentation der Impfungen. So kann jeder Tierarzt nachvollziehen, wann welche Impfung vorgenommen wurde.

Der EU-Heimtierausweis dient daneben auch als Reisepass – er ist ein amtliches Dokument und muss dem gekennzeichneten Tier durch Eintragung der Kennzeichnung eindeutig zuzuordnen sein.

Durchgeführte Impfungen werden in die dafür vorgesehenen Tabellen des Impfpasses eingetragen. Die Eintragung beinhaltet das Impfdatum, die Bezeichnung des Impfstoffes inkl. Chargenbezeichnung und Mindesthalbarkeitsdatum des Impfstoffes sowie der Stempel der Tierarztpraxis und die Unterschrift des Tierarztes. In manchen Impfpässen und im EU-Heimtierausweis wird ausserdem noch der Gültigkeitszeitraum für die Impfung eingetragen. Häufig sind in Impfpässen die Tabellen für die Eintragung der Tollwutimpfung und für die Eintragung weiterer Impfungen getrennt.

Die Bezeichnungen der Impfstoffe – meist Kombinationsimpfstoffe – sind in Form von Abkürzugen eingetragen, was es vielen Besitzern schwierig macht, nachzuvollziehen, was überhaupt geimpft wurde. Hier die wichtigsten Abkürzungen zum besseren Verständnis:

R oder H = Rhinotracheitisvirus / felines Herpesvirus (Erreger des Katzenschnupfen)
C oder = Felines Calicivirus
P  = Parvovirose = “Katzenseuche”
Ch = Chlamydien
FeLV = Felines Leukosevirus
FIP = Feline Infektiöse Peritonitis
T = Tollwut

Katzenschnupfen


Der Katzenschnupfen ist eine Erkrankung des oberen Atmungstraktes, bei Komplikationen kann allerdings auch die Lunge mitbetroffen sein. Als Hauptauslöser gilt das feline Calicivirus, daneben können auch das feline Herpesvirus oder Chlamydien Auslöser sein. Zu einer Komplikation kann es durch eine bakterielle Sekundärinfektion kommen.

Die beiden Viren können persistieren, dass heißt, dass das Virus im Körper verbleibt und immer wieder zu einem Ausbruch der Erkrankung – meist im Zusammenhang mit einem geschwächten Immunsystem – führen kann.

Die Symptome einer Herpesvirus-Infektion sind Schnupfen, Niesen und Bindehautentzündung. In der Maulhöhle finden sich häufig Bläschen im Rachen. Das Calicivirus kann ebenso klassische Schnupfenbeschwerden verursachen. Außerdem kommt es dabei häufig zu Veränderungen an und in der Maulhöhle. Eine Zahnfleischentzündung kann sogar chronisch werden. In der letzten Zeit soll immer häufiger ein besonders virulenter neuer Calici-Stamm auftreten, der bei ausgewachsenen Tieren sogar tödlich sein kann, wohingegen Jungtiere nicht so schwer erkranken. Neben der üblichen Symptome kommt es hier auch zu Fieber, Atemnot, Appetitlosigkeit, Schwellungen an Kopf und Gelenken, Blutungen, etc.
Chlamydien sind Bakterien, die ebenfalls Schnupfensymptome auslösen können.

Geimpft wird gegen das Calici- und das Herpesvirus, auch eine Impfung gegen Chlamydien ist möglich, ist aber nicht die Regel, da diese Impfung sowohl aufgrund der Fraglichkeit ihrer Wirksamkeit als auch wegen der möglichen Nebenwirkungen umstritten ist.

Die Grundimmunisierung gegen Calici- und Herpesvirus erfolgt in der achten und in der zwölften Lebenswoche, danach wird die Impfung jährlich wiederholt. Auch reine Wohnungskatzen sollten geimpft werden, da kein direkter Tier-Tier-Kontakt für die Übertragung nötig ist.

Katzenseuche


Erreger der Katzenseuche ist das feline Parvovirus, auch unter dem Namen felines Panleukopenie-Virus bekannt, da es neben blutigem Durchfall, Erbrechen und Apathie zu einer drastischen Veringerung der weißen Blutzellen (Leukozyten) kommt. Infiziert sich die Katze bereits im Mutterleib oder während der Geburt kann es auch zu Störungen des Bewegungsapparates (feline Ataxie) aufgrund einer Veränderung des Kleinhirns kommen.

Neben der direkten Infektion von Tier zu Tier kann es auch zu einer indirekten Übertragung kommen, das heißt, dass der Mensch das Virus an Kleidung oder Schuhen verschleppt mitbringen kann. Daher sollten auch reine Wohnungskatzen gegen Katzenseuche geimpft werden.

Die Grundimmunisierung erfolgt in der 8. und in der 12. Lebenswoche. Eine weitere Wiederholung in der 16. Lebenswoche ist möglich und verbessert den Impfschutz. Danach wird jährlich aufgefrischt. In Zuchten ist auf eine gute Grundimmunisierung der Kätzinnen vor der Trächtigkeit zu achten. Auch Katzen, die mit Hunden zusammen leben sollten gut durchgeimpft werden, da auch das canine Parvovirus in Katzen diese Erkrankung hervorrufen kann.

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)


Die FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) ist eine Erkrankung, die durch eine Mutation des felinen Coronavirus ausgelöst wird. Das feline Coronavirus ist ein Virus, das Durchfallerkrankungen bei Katzen auslöst. In der Regel infizieren sich Katzen in den ersten Lebenswochen bei dem persistent infizierten Muttertier oder einer anderen persistent infizierten Katze in der direkten Umgebung. Durch bestimmte Faktoren (Stress) kann das Virus mutieren und zu einer FIP führen.

Bei der Symptomatik dieser Erkrankung spielt das Immunsystem der Katze eine entscheidende Rolle, wobei noch nicht alle Details des Krankheitsverlaufs geklärt werden konnten. Sicher ist, dass die Bildung von Antikörpern auf das Antigen (das Virus) zu einer Verstärkung der Erkrankung führen, da es anstelle eines Abbaus zu Ablagerungen von Antigen-Antikörperkomplexen kommt. Eine Impfung, die also die Bildung von Antikörpern induziert, macht in diesem Zusammenhang keinen Sinn – was die Entwicklung eines Impfstoffes lange Zeit erschwerte. Mittlerweile ist ein Impfstoff auf dem Markt. Dieser ist allerdings sehr umstritten. Eine Verstärkung oder Beschleunigung der FIP nach Vakzinierung von FIP-seropositiven Katzen konnte in einer Studie nicht bestätigt werden. Allerdings konnte auch eine Wirksamkeit des Impfstoffes bisher nicht sicher nachgewiesen werden.

Ich rate von einer Impfung gegen FIP derzeit aus oben genannten Gründen grundsätzlich ab.

FeLV (Felines Leukosevirus)


Das feline Leukosevirus – auch felines Leukämievirus genannt – ist Auslöser einer tötlich verlaufenden Infektionskrankheit bei Katzen. Allerdings muss nicht jede Katze, die sich infiziert auch erkranken.

Ein kleiner Teil der Katzen schafft es, das Virus mit Hilfe des Immunsystems zu eliminieren. Viele Katzen bleiben latent infiziert, das heißt, das Virus verbleibt im Körper, führt aber nicht zu einem Ausbruch der Erkrankung. Diese Tiere können ein normales Katzenleben leben und können genauso alt werden, wie nicht infizierte Katzen. In manchen Fällen können aber Faktoren wie Stress dazu führen, dass die Erkrankung doch ausbricht. Katzen, die es aufgrund ihrer Konstitution nicht schaffen, das Virus nach einer Infektion zu eliminieren oder in Schach zu halten, erkranken persistierend – also anhaltend – an dem Virus und sterben früher oder später an den Folgen der Erkrankung.

Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier, eine indirekte Übertragung über beispielsweise gemeinsam genutzte Futternäpfe ist möglich aber nicht sehr wahrscheinlich, da das Virus in der Umwelt sehr labil ist. Auch eine Übertragung einer Kätzin auf ihre Welpen im Mutterleib oder nach der Geburt ist möglich. Je älter eine Katze ist, desto geringer ist das Risiko, dass sie sich infiziert, es gibt eine sogenannte Altersresistenz gegen dieses Virus. Experimentell lassen sich Katzen über sechs Monate kaum noch infizieren.

Ob eine Katze infiziert ist, lässt sich nicht sicher nachweisen. Nur im Falle eines Ausbruchs der Erkrankung ist das Virus im Blut nachweisbar. Bei einer latent infizierten Katze wird das Testergebnis falsch negativ ausfallen.

Eine infizierte Katze zu impfen schadet nicht – es nutzt aber auch nicht. Reine Wohnungskatzen, die nicht mit FeLV-infizierten Katzen zusammenleben, müssen nicht geimpft werden. Bei Freigängern muss individuell entschieden werden, ob und wie geimpft wird.

Die Grundimmunisierung erfolgt in der achten und in der zwölften Lebenswoche. Ob und in welchen Intervallen die Impfung wiederholt werden sollte, entscheidet das individuelle Impfgespräch. Grundsätzlich ist es sinnvoll, Katzen, die mit FeLV-infizierten Katzen eng zusammenleben, auch weiterhin zu schützen. Auch Muttertiere sollten einen guten Antikörpertiter für die Nachkommen haben. Inwieweit im Einzelnen geimpft wird und inwieweit man das (geringe) Restrisiko tragen möchte und auf weitere Impfungen verzichten möchte, muss individuell entschieden werden.

Tollwut


Die Tollwut ist eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Das Virus wird über den Speichel infizierter Tiere – also üblicherweise durch einen Biss – übertragen. Erregerreservoir war lange Zeit der Rotfuchs. Durch konsequentes Impfen durch Verteilung von Impfködern gilt Deutschland mittlerweile als tollwutfrei. Allerdings ist auch die Fledermaus eine mögliche Infektionsquelle.

Das Tollwutvirus befällt das Nervensystem. Es wandert entlang der Nervenbahnen von der Bißstelle ins Rückenmark und zum Zentralen Nervensystem, wo es sich vermehrt und anschließend wieder in die Peripherie gelangt, wo die Ausscheidung über den Speichel erfolgt. Schon vor dem Auftreten erster Krankheitszeichen wird der Erreger über den Speichel ausgeschieden.

Symptome sind Kopfschmerz, Krämpfe, starker Speichelfluß, etc. Die Erkrankung endet immer tödlich. Eine Behandlung tollwutverdächtiger Tiere ist in Deutschland nicht erlaubt. Tiere, die mit tollverdächtigen Tieren in Kontakt waren, und keinen gültigen Tollwutimpfschutz haben, müssen euthanasiert werden. Ist ein gültiger Tollwutimpfschutz vorhanden, wird das Tier unter Quarantäne gestellt und beobachtet. Das ist entsprechend in der Tollwut-Verordnung geregelt.

Da sich der Mensch direkt beim Tier infizieren kann – die Tollwut ist eine sogenannte Zoonose – und die Erkrankung nicht heilbar ist, ist es sicherlich sinnvoll auch weiterhin konsequent gegen Tollwut zu impfen – auch wenn keine gesetzliche Impfpflicht in Deutschland besteht. Für Reisen ins Ausland ist die Tollwutimpfung fast ausnahmslos erforderlich. Innerhalb der EU muss die Tollwutimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen und darf den vom Hersteller angegebenen Gültigkeitszeitraum nicht überschritten haben.

Die erste Impfung gegen Tollwut sollte frühestens mit 3 Monaten erfolgen. Erst wenn das Tier 3 Monate alt ist, hat die Tollwutimpfung rechtliche Gültigkeit. In der Regel reicht eine einmalige Impfung aus, um einen ausreichenden Schutz zu erhalten. Die meisten Impfstoffe müssen laut Herstellerangaben nur alle drei Jahre aufgefrischt werden, manche schon nach 2 Jahren. Die Herstellerangaben sind bindend für den impfenden Tierarzt.