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Tiergesundheit
 

Spulwürmer

Toxocara canis beim Hund
Toxocara cati bei der Katze und selten auch beim Hund

Steckbrief: einer der häufigsten Darmparasiten bei Hund und Katze, bis 19 cm lang, auf 
Menschen (insbes. Kinder) übertragbar

Die Eier werden vom Endwirt (Hund, Katze, etc.) mit dem Kot ausgeschieden. In der Außenwelt 
entwickelt sich aus den Eiern über zwei Larvenstadien das infektiöse Larvenstadium L3. Dieses 
wird peroral (Schnuppern, Lecken, Kotfressen, infizierte Mäuse) aufgenommen. Daneben ist eine 
Übertragung der Mutter auf ihre Welpen möglich beim Hund bereits im Mutterleib, bei Hund und 
Katze während der Säugezeit.

In den Endwirt aufgenommen machen die Larven eine Wanderung durch den Körper.

Bei sehr jungen Hunden oder auch bei älteren Hunden, die zuvor noch nie mit Spulwürmern in 
Kontakt gekommen sind, wandern die Larven vom Darm über die Leber in die Lunge, häuten 
sich zum Larvenstadium L4, werden hochgehustet und abgeschluckt, gelangen erneut in den
Dünndarm und häuten sich erneut. Nach dieser letzten Häutung entwickeln sich die Würmer 
zur Geschlechtsreife. Neue Eier werden mit dem Kot ausgeschieden.

Bei älteren Hunden kommt es zu einer sogenannten somatischen Wanderung. Die Larven 
wandern über die Lunge ohne sich zu häuten in verschiedene Organe des Körpers und kapseln 
sich letztlich in der Muskulatur ab, wo sie über Jahre verbleiben können. Diese Larven können 
im Rahmen einer Trächtigkeit während des letzten Drittels der Trächtigkeit aktiviert werden. Dies 
kommt durch veränderte Hormonspiegel der trächtigen Hündin zustande. Die aktivierte Stadien 
gelangen über den Blutweg in die Gebärmutter und setzen sich vorwiegend in der Leber der 
ungeborenen Welpen ab. Die Weiterwanderung über die Lunge zum Darm erfolgt dann unmittelbar 
nach der Geburt der Welpen. Die ruhenden Larven können aber auch in die Milchdrüse gelangen 
und nach der Geburt über die Milch auf die Welpen übertragen werden.

Gesundheitlichen Schaden können Spulwürmer überall da hinterlassen, wo sie entlang wandern. 
So können Spulwürmer zum Beispiel Leberentzündungen verursachen, ebenso Entzündungen 
des Lungengewebes mit Husten und Nasenausfluss als Krankheitsbild. Das typische 
Krankheitsbild bei einer hochgradigen Verwurmung betrifft den Magendarmtrakt mit Durchfall und 
Verstopfung im Wechsel, blutiger oder schleimiger Kot, Bauchschmerzen, Abmagerung, glanzloses 
Fell, Schuppen, etc.

Ein deutliches Krankheitsbild ist in den meisten Fällen bei jungen Hunden oder Hunden mit 
geschwächtem Immunsystem zu sehen. Ältere Hunde erkranken selten an einem Wurmbefall, 
spielen aber für die Verbreitung der Würmer durch das Ausscheiden von Wurmeiern trotzdem 
eine Rolle.

Auch für den Menschen ist der Spulwurm nicht ganz ungefährlich. Die Aufnahme erfolgt durch 
perorale Aufnahme der infektiösen Stadien (kontaminierte Nahrungsmittel, Hand-Mund-Kontakt, etc.).
In der Regel sind allerdings Kinder besonders infektionsgefährdet (Sandkasten!). Beim Menschen 
kommt es stets zur somatischen Wanderung, die Erkrankung heißt „Larva migrans visceralis“ oder 
auch „Larva migrans interna“.

Bekämpfung

Routinemäßig sollte alle 3 bis 4 Monate oder nach vorheriger Kotuntersuchung mit einem
geeigneten Präparat entwurmt werden.

Welpen sollten im Alter von 2, 4 und 12 Wochen entwurmt werden, bei starkem Befall zusätzlich 
mit 8 Wochen.

Hündinnen sollten 2 und 4 Wochen nach der Geburt behandelt werden. Gegen die somatischen 
Stadien sollte 40 und 10 Tage vor sowie 10 und 40 Tage nach der Geburt entwurmt werden.

Bandwürmer

Dipylidium und Taenia

Steckbrief: Parasiten von Tieren und Menschen, in der Tierwelt sehr weit verbreitet - kommen
bei Fischen, Amphibien, Reptilien Vögeln und Säugern vor, können von wenigen Millimetern bis 
zu 25 Metern lang werden, bestehen aus einem Kopf und einen platten breiten Körper, der aus 
wenigen bis über 4.000 Gliedern besteht, die einzeln abgestoßen werden und oft massenhaft 
(bei Taenia z. B. im Schnitt 100.000) Eier in jedem einzelnen Glied enthalten, die Bandwurmglieder 
ähneln Reiskörnern und häufig kann eine Eigenbewegung beobachtet werden

Die Bandwurmglieder werden vom Endwirt (Hund, Katze, etc.) mit dem Kot ausgeschieden oder können durch Eigenbewegung den Darm verlassen. Die Bandwurmglieder werden von einem 
Zwischenwirt aufgenommen. Bei Dipylidium ist das ein Floh im Larvenstadium, bei den 
verschiedenen Taenia-Arten sind es verschiedene (Nagetiere, Hasen, Kaninchen, etc). 
Im Zwischenwirt erfolgt eine Entwicklung aus dem Ei zu einem infektiösen Zwischenstatium.
Dieses gelangt dann durch Aufnahme des Zwischenwirtes (Floh, Maus, etc.) in den
Endwirt (z. B. Hund oder Katze) und entwickelt sich im Magen-Darm-Trakt des Endwirtes
zum erwachsenen Bandwurm, der im Darm wächst und wiederum einzelne reife Bandwurmglieder 
abgibt.

Die Symptome bei Hund und Katze sind meist nur leicht. Inappetenz, Durchfall, häufiges 
Belecken des Anus oder "rutschen" können auf einen Befall mit Bandwürmern hindeuten. 
Zu einem Darmverschluss durch Bandwurmknäuel kommt es nur in Ausnahmefällen.

Auch der Mensch ist für Bandwürmer empfänglich. In den meisten Fällen kommt es nur zu 
leichten Symptomen im Magen-Darm-Trakt. Allerdings gibt es einen sehr gefährlichen Bandwurm 
für den Menschen: den gefährlichen Fuchsbandwurm (Echinoccocus multilocularis). Eine Infektion 
mit diesem Bandwurm gilt als eine der gefährlichsten parasitären Erkrankungen beim Menschen. 
Die Erkrankung verläuft schleichend-chronisch und endet bei unbehandelten Patienten in der Regel 
tödlich. Infizieren kann der Mensch sich zum einen über Hand-Mund-Kontakt nach Berühren 
infizierter Endwirte (Hund, Fuchs) oder von Hunden, die sich in Fuchslosung gewälzt haben. 
Aber auch die Aufnahme ungewaschener Wildbeeren oder Gemüse/Fallobst kann Quelle einer 
Infektion sein.

Hakenwürmer

Ancylostoma und Uncinaria

Steckbrief: Parasiten von Hund und Katze, etwa 5 bis 30 mm lang, Hakenwurmlarven können
in die Haut des Menschen eindringen und dort Veränderungen hervorrufen

Die Eier werden vom Endwirt (Hund, Katze, etc.) mit dem Kot ausgeschieden. In der Außenwelt entwickelt sich aus den Eiern über zwei Larvenstadien das infektiöse Larvenstadium L3. Dieses
wird - je nach Hakenwurmart - peroral (Schnuppern, Lecken, Kotfressen, infizierte Mäuse)
aufgenommen oder kann auch über die Haut in den Wirt eindringen. Daneben ist eine Übertragung 
von der Mutter über die Muttermilch auf ihre Welpen möglich.

Nach peroraler Infektion (über orale Aufnahme) gelangen die Larven in den Magen-Darm-Trakt, entwickeln sich dort über weitere Stadien zum geschlechtsreifen Wurm und geben Eier in den Darm ab, die wieder mit dem Kot ausgeschieden werden.

Nach perkutaner Infektion (über die Haut) können die Larven über die Lunge, die Luftröhre und 
die Speiseröhre in den Magen-Darm-Trakt gelangen, wo sie sich genauso weiterentwickeln, wie 
nach peroraler Aufnahme. Daneben können sie auch durch verschiedene Organe wandern und 
sich letztlich in der Muskulatur niederlassen, wo sie verbleiben, bis sie reaktiviert werden. Das 
geschieht zum Beispiel während einer Trächtigkeit. Die reaktivierten Larven wandern gegen Ende 
der Trächtigkeit in die Milchdrüse und werden so über die Muttermilch auf die Welpen übertragen.

Gesundheitlichen Schaden können Hakenwürmer überall da hinterlassen, wo sie entlang wandern. So können sie beispielsweise allergische Reaktionen an der Hautstelle, an der sie eingedrungen sind, verursachen. Auch können die Larven in der Lunge kleine Blutungen und entzündliche 
Veränderungen hervorrufen, sowie entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut. Im 
schlimmsten Fall kann es zu  verzögertem Wachstum, Abmagerung, Blutverlust, blutigem Durchfall 
und sogar zu Herzinsuffizienz kommen. Massive Auswirkungen auf den Körper hat allerdings nur 
ein massiver Befall bei einem sehr jungen oder immunschwachen Tier.

Auch für den Menschen ist der Hakenwurm nicht ganz ungefährlich. Die Aufnahme erfolgt über die Haut, die Larve verursacht dort dann lokale Veränderungen und Entzündungen der Haut.

Entwurmung bei Hund und Katze


Eine der häufigsten Fragen meiner Kunden betrifft die Entwurmung von Hunden und Katzen.

Zunächst einmal: eine Entwurmung ist keine Präventivmaßnahme. Eine Wurmkur „hält“ nicht mehrere Wochen an. Eine Entwurmung entfernt nur die Würmer, die Ihr Tier aktuell in sich trägt. Auch werden nicht unbedingt alle Entwicklungsstadien durch eine Entwurmung erfasst. Bei einem akuten Befall empfiehlt sich unter Umständen eine Wiederholung 
der Gabe nach einem bestimmten Zeitraum. Diesbezüglich beraten wir Sie im Einzelfall gerne!

Viele Tierärzte empfehlen, Hunde und Katzen regelmäßig zu entwurmen. Dies ist sicherlich sinnvoll, da unsere Haustiere ständig mit möglichen Infektionsquellen in Berührung kommen und 
sich mit Würmern infizieren können. Die Frage, wie häufig diese Entwurmung nötig ist, ist pauschal 
nicht zu beantworten. Dies sollte den individuellen Gegebenheiten angepasst sein.

Eine Alternative zur Entwurmung ist die Untersuchung des Kots auf Wurmeier. Dann entwurmt man das Tier nur bei einem tatsächlichen Wurmbefall. Wurmeier können nur im Mikroskop erkannt 
werden. Wichtig dabei ist es zu wissen, dass Hunde und Katzen mit Würmern nur intermittierend 
Wurmeier ausscheiden. Um ein möglichst aussagekräfiges Ergebnis einer Kotuntersuchung zu 
erhalten, ist eine Sammelkotprobe von drei aufeinanderfolgenden Tagen nötig. Gefäße zum 
Sammeln von Kot erhalten Sie kostenfrei bei uns.

Die Untersuchung erfolgt in unserem eigenen Labor - das ist schnell und kostengünstig.

Sprechen Sie uns bei Interesse gerne an!

Unsere Empfehlungen zum Thema Entwurmen sehen wie folgt aus:

Hundewelpen während der Laktation
Die erste Behandlung erfolgt mit 2 Wochen, dann mit 4 Wochen und mit 12 Wochen, da es bei Hunden schon während der Trächtigkeit und bei Hunden und Katzen über die Muttermilch zu einer Infektion kommen kann.

Katzenwelpen während der Laktation
Die erste Behandlung erfolgt mit 3 - 4 Wochen, dann beim Absetzen.

Hündin und Katze, die säugt
Die erste Behandlung nach der Geburt erfolgt nach ca. 2 Wochen, da sich nach der Geburt Nachschübe wandernder Larven und aus dem Welpenkot aufgenommender Stadien im Darm ansiedeln können.

trächtige Hündin/Katze
Um Infektionen während der Trächtigkeit (nur Hund) und während der Saugzeit (Hund und Katze) stark zu reduzieren erfolgt eine Entwurmung am 40. und am 55. Trächtigkeitstag mit Moxidectin; alternativ mit Selamectin 40 und 10 Tage vor Geburtstermin und 10 und 40 Tage nach der Geburt.

Hunde und Katzen über 12 Wochen
Die Entwurmung erfolgt sehr individuell von 2-4 x jährlich bis deutlich häufiger bei Risikofaktoren wie enger Kontakt zu kleinen Kindern oder bei eifrigen Mäusefängern. Es besteht auch die Möglichkeit, über eine Kotuntersuchung den Verwurmungsstatus festzustellen und nur bei Bedarf zu entwurmen.

Entwurmen nach Flohbefall
Nach erfolgreicher Flohbehandlung sollte eine Entwurmung vorgenommen werden, um evtl. Bandwurmbefall vorzubeugen. Alternativ dazu kann durch eine Kotprobenuntersuchung festgestellt werden, ob es zu Bandwurmbefall durch die Flöhe gekommen ist und ob eine 
Entwurmung notwendig ist.

Entwurmung bei Wurmbefall
Sind Würmer in Kot oder Erbrochenem gefunden worden, sollte 2 x im Abstand von 14 Tagen entwurmt werden. Bei starkem Befall empfiehlt es sich zusätzlich, den Erfolg der Entwurmung per Kotuntersuchung zu überprüfen.