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Tiergesundheit
 

Zecken in Deutschland

In Deutschland weit verbreitet ist die Zeckenart "Ixodes Ricinus" zu deutsch "Gemeiner Holzbock
genannt. Diese Zeckenart kann die Borreliose, die Anaplasmose und die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. 

Seit den 70er Jahren breitet sich aus dem Mittelmeer kommend die Bunt- oder Auwaldzecke ("Dermacentor Reticulatus") in Richtung Norden aus. Im Süden und Osten 
Deutschlands kommt sie schon länger vor, nun breitet Sie sich in Richtung Westen aus und 
wurde bereits in Niedersachsen gesichtet. Die Auwaldzecke ist Überträger der Babesiose und 
kann damit auch eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen. 

Eine dritte in Deutschland vorkommende Zeckenart ist die braune Hundezecke 
("Ripicephalus Sanguineus"). Diese Zecke ist allerdings nicht so angepasst, dass sie in unseren 
Breiten im Freien überleben kann. Sie kann aber ganzjährig in Hundezwingern, Tierheimen oder 
auch Wohnräumen überleben. Auch die braune Hundezecke kann die Babesiose übertragen. 
Daneben ist auch die Übertragung der Ehrlichiose und der Hepatozoonose möglich.

Neben diesen drei für Haustierhalter bedeutendsten Zeckenarten gibt es in Deutschland weitere 
Zeckenarten, wie z. B. die Igelzecke, die Schafzecke oder die Taubenzecke.

Zecken bevorzugen milde Temperaturen und hohe Luftfeuchte. So vermehren sie sich bei ca. 
17 bis 20° C und hoher Luftfeuchte deutlich schneller als bei trockener Hitze. Aktiv werden 
Zecken bereits bei Temperaturen ab 7°C. In unserer Region haben sie normalerweise im 
Frühjahr bis Frühsommer und dann wieder im Herbst ein "Hoch". Wenn der Sommer allerdings 
"ins Wasser fällt", sind Zecken natürlich auch durchgehend aktiv. 

Schützen können Sie Ihr Haustier mit verschiedenen Präparaten in Form von sogenannten
Spot-Ons, die regelmäßig im Nacken oder auf dem Rücken verteilt aufgetragen werden oder in
Form von Halsbändern.

Sprechen Sie uns gerne an, wir beraten Sie gerne hinsichtlich eines passenden Schutzpräparates
für Ihr Tier!

Durch Zecken übertragbare Krankheiten

Fast alle durch Zecken übertragbare Erkrankungen treten erst eine ganze Weile nach dem
Zeckenbiss auf. Außerdem sind die Symptome der Erkrankungen meist recht unspezifisch. Symptome wie Mattigkeit, Fieber, usw. können vielerlei Krankheitsursachen haben und da
der Zeckenbiss häufig unbemerkt bleibt oder durch längeres Zurückliegen nicht mehr mit
den Symptomen in Verbindung gebracht wird, ist ein Erkennen der Erkrankungen häufig
schwierig.

Borreliose

Erreger: Bakterien: Borrelien
Überträger: gemeiner Holzbock ("Ixodes Ricinus") - ca jede 3. Zecke ist Träger
Übertragungszeit: 16 bis 72 Stunden nach dem Stich
Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zur Erkrankung): 2 bis 5 Monate
Symptome: häufig gar keine, manchmal Mattigkeit, Fieber, Appetitverlust, später immer
wieder auftretende Lahmheiten und Schwellungen wechselnder Gelenke, starke
Empfindlichkeit im Rücken, etc. Organe wie Herz oder Nieren können im weiteren Verlauf geschädigt werden

Anaplasmose

Erreger: Bakterien: Anaplasmen
Überträger: gemeiner Holzbock ("Ixodes Ricinus")
Übertragungszeit: in den ersten 24 Stunden nach dem Stich
Inkubationszeit: 4 bis 11 Tage
Symptome: plötzliches hohes Fieber, Appetitverlust, Abgeschlagenheit, häufig auch Erbrechen und Durchfall sowie zentralnervöse Auffälligkeiten; schmerzhafte Entzündungen der Gelenke
können auftreten, außerdem können Milz, Leber und Nieren sowie die Augen bis zur Erblindung geschädigt werden

FSME

Erreger: Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus
Überträger: gemeiner Holzbock ("Ixodes Ricinus")
Übertragungszeit: wenige Minuten nach dem Stich
Inkubationszeit: 2 bis 3 Wochen
Symptome: Fieber, Krämpfe, Lähmungserscheinungen, Bewegungsstörungen, insgesamt
erhöhte Schmerzanfälligkeit, Verhaltensveränderungen, häufig verläuft die Erkrankung tödlich,
allerdings erkranken häufig nur Tiere, deren Immunsystem bei der Übertragung bereits geschwächt war

Babesiose

Erreger: Einzeller: Babesien
Überträger: Auwaldzecke ("Dermacentor Reticulatus"), braune Hundezecke ("Ripizephalus Sanguineus")
Übertragungszeit: (12 bis ) 48 bis 72 Stunden nach dem Stich
Inkubationszeit: 5 bis 7 (bis 21) Tage
Symptome: sehr hohes Fieber mit starkem Durst, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, deutlicher und rascher Konditionsverlust, Gewichtsverlust, Blutarmut, Schleimhautentzündungen, manchmal Bewegungstörungen oder auch Anfälle, unbehandelt verläuft die Erkrankung meist tödlich

Ehrlichiose

Erreger: Rickettsien
Überträger: braune Hundezecke ("Ripizephalus Sanguineus")
Übertragungszeit: unbekannt
Inkubationszeit: 1 bis 2 Wochen
Symptome: akute Form: Fieber, Appetitlosigkeit, starke Mattigkeit, Gewichstverlust, Atemnot, Erbrechen, Nasenbluten, Blutungen von Haut und Schleimhäuten, Schwellung der Lymphknoten und der Milz; chronische Form: Mattigkeit, Blutungsneigung, Atemnot, Augenveränderungen, Organschädigungen

Hepatozoonose

Erreger: Einzeller: Hepatozoon
Überträger: braune Hundezecke ("Ripizephalus Sanguineus")
Übertragungszeit: Übertragung durch Abschlucken der Zecke
Inkubationszeit: 2 bis 4 Wochen
Symptome: Fieberschübe, blutige Durchfälle, steifer, schmerzhafter Gang, Schonung mit Abbau der Muskulatur als Folge